Debatte zur Energiewende bei der 7. Deutsch-Norwegischen Energiekonferenz

Am 25. April fand die Deutsch-Norwegische Energiekonferenz in Oslo statt. Diese wurde bereits zum siebten Mal in Regie der Deutsch-Norwegischen Handelskammer organisiert.

  • © F.R., AHK Norwegen

Im Ekebergrestaurant versammelten sich zahlreiche Vertreter der deutschen und norwegischen Energiekonzerne, öffentlicher Einrichtungen und Fachorganisationen zu Vorträgen und Diskussionsrunden.

Zu den am meisten diskutierten Themen gehörten die Konsequenzen der deutschen „Energiewende“. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Energiewende eine Katastrophe. Seit 2009 haben wir keine Verringerung der Treibhausgasemissionen in Deutschland feststellen können, nicht einmal im Energiesektor“, so Prof. Dr. Justus Haucap vom Institut für Wettbewerbsökonomie (DICE) an der Universität Düsseldorf in seinem Vortrag. „Aber global gesehen rettet ihr die Welt“, entgegnete Martin Kirkengen, Leiter der Abteilung für Energiesysteme am Institut für Energietechnik (IFE).

Haucap begründete seine Bewertung der Energiewende mit unnötig hohen Kosten und führte stattdessen den norwegisch-schwedischen Markt für Stromzertifikate als positives Beispiel an. Außerdem argumentierte er damit, dass die Solarenergie durch Subventionierung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen erneuerbaren Technologien erhalten habe.

Kirkengen wiederum betonte die positiven Aspekte der Umstellung auf erneuerbare Energien in Deutschland: „Die deutschen Subventionen im Bereich der Solarenergie haben einen Markt geschaffen, der anderen Märkten zeigt, dass es möglich ist, auf erneuerbare Energien umzusteigen.“ Er meinte, dass diese dazu beigetragen haben, sich das notwendige Wissen anzueignen, das die langfristige Senkung der Treibhausgasemissionen unterstützen kann. „So wie die Energiewende die Ausbreitung der Solarenergie vorangetrieben hat, müssen wir auch für andere Technologien im Bereich der erneuerbare Energien die richtigen Voraussetzungen schaffen“, so Kirkengen weiter.

Auch die Rolle des norwegischen Gases in einem sich wandelnden Energiemarkt war auf der Konferenz ein wichtiges Thema. Hans-Hermann Andreae, CEO von DEA Norway AS, betonte Gas als eine günstige und sichere Art und Weise, um die Treibhausgasemissionen zukünftig gering zu halten.

Sowohl bei den fachlichen Beiträgen als auch in den informellen Gesprächen danach wurde deutlich, dass Deutschland und Norwegen weiterhin in vielen Bereichen von der bilateralen Zusammenarbeit im Energiebereich profitieren können. Die Deutsch-Norwegische Energiekonferenz hat sich in den letzten Jahren als spannender Treffpunkt zum Wissens- und Erfahrungstausch etabliert, um eben diese Zusammenarbeit besser kennenzulernen und zu intensivieren.

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