Fiskal & Personal

Wir beraten Sie umfassend über steuerrechtliche Bedingungen für Ihre geplanten Aktivitäten in Norwegen und begleiten Sie bei Ihrem Auftrag oder Projekt. Vertrauen Sie der langjährigen Erfahrung unserer zweisprachigen Mitarbeiter und sparen Sie Geld, indem Sie sich vorab informieren.

© I. Hendel, AHK Norwegen

Viele unserer Kunden sind deutschsprachige Unternehmen mit Geschäftstätigkeiten in Norwegen, die ihren administrativen Bereich auslagern, um sich voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können.

Wenn Sie Mitarbeiter in Norwegen beschäftigen, kümmern wir uns um die Berechnung und Abführung von Lohnsteuern und prüfen Reisekostenabrechnungen. Zudem treten wir als Fiskalvertreter gegenüber den Behörden für Sie auf.


Unsere Leistungen im Detail

Handelsregister / Organisationsnummer

  • Beantragung einer Organisationsnummer
  • Registrierung beim zentralen norw. Handelsregister (Enhetsregister)
  • Registrierung beim Unternehmensregister (Foretaksregister) - optional
  • Stellung einer notwendigen Kontaktperson bzgl. der Registrierungen
  • Bereitstellung einer norw. Postadresse inkl. Weiterleitungsservice
  • Bestellung von Steuerattesten aller Steuerarten
  • Zugang zum norw. Behördeportal Altinn

Fiskalvertretung in Norwegen

  • Umsatzsteuerliche Registrierung beim zuständigen Finanzamt
  • Umsatzsteuerliche Repräsentanz gegenüber der Finanzbehörde
  • Einforderung der Umsatzsteuern vom Auftraggeber
  • Meldung von Einfuhrumsatzsteuern / Unterstützung bei der Einfuhr von Waren
  • Erstellung einer Umsatzsteuerbuchhaltung und Abgabe von Umsatzsteuererklärungen
  • Erstattung von Vorsteuern / Klientmittelverwaltung
  • Erfüllung der Buchführungspflichten / Aufbewahrung und Dokumentationspflichten
  • Korrespondenz mit den Behörden

Personalverwaltung

  • Registrierung der in Norwegen eingesetzten Mitarbeiter und der abzuwickelnden Projekte bei den Steuerbehörden (RF-1199 Meldung)
  • Registrierung von Subunternehmen bei der COFTA  (RF-1199 Meldung)
  • Beantragung der „HMS-kort“ / ID-Karte für Bau und Anlagenbau
  • Unterstützung bei der ID-Kontrolle
  • Abruf der Steuerkarte für Mitarbeiter
  • Korrespondenz mit den Behörden

A-Meldung

  • An- und evtuell Abmeldung des Arbeitgebers sowie des Arbeitnehmers bei den zuständigen Behörden  (A-Meldung – Informationen zum Arbeitsverhältnis etc.)
  • Erstellung und Meldung der monatlichen Gehaltsabrechnungen (Berechnung, Lohn- und Gehaltsabrechnung – A-Meldung)
  • Meldung und Abführung der Lohnsteuer an das zuständige Finanzamt
  • Meldung und Abführung der Sozialabgaben (AG und AN) an das zuständige Finanzamt
  • Befreiungsanträge norwegische Lohnsteuer
  • Erstattung von Krankengeld
  • Prüfung, Meldung und Auszahlung der Reisekostenabrechnungen
  • Erstellung der Steuererklärung für die Arbeitnehmer (Einkommenssteuer)
  • Korrespondenz mit den Behörden 

FAQ

Ist eine Registrierung im Handelsregister notwendig?

Wer in Norwegen oder auf dem norwegischen Kontinentalsockel wirtschaftlich tätig werden möchte, braucht eine sogenannte Organisationsnummer, die zur Identifizierung bei den norwegischen Behörden dient. Auch Unternehmen, die lediglich Arbeitnehmer nach Norwegen entsenden oder überlassen, benötigen diese Organisationsnummer.

Die Organisationsnummer erhält, wer eine norwegische Firma oder eine unselbstständige Filiale einer deutschen Firma im zentralen norwegischen Handelsregister in Brønnøysund registriert.

Die Pflicht zur Eintragung ist unabhängig von Ort, Dauer des Einsatzes und der Höhe des zu erwartenden Umsatzes.

Wann müssen in Norwegen Umsatzsteuern abgeführt werden?

Ausländische Gewerbetreibende, die in Norwegen umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringen oder Waren veräußern, deren Umsatz NOK 50.000 im Laufe einer 12-Monatsperiode übersteigt, müssen sich im Umsatzsteuerregister2 beim lokalen Finanzamt registrieren lassen.

Unternehmen mit Sitz im Ausland benötigen in manchen Fällen für die Registrierung einen Fiskalvertreter. Dieser muss über Wohn- oder Geschäftssitz in Norwegen verfügen und im norwegischen Handelsregister als Fiskalvertreter für das Unternehmen eingetragen werden.

Was ist bei der vorübergehenden Einfuhr von Waren (z. B. Werkzeugen) zu beachten?

Bei der vorübergehenden Verwendung bestimmter Waren im Ausland, wie zum Beispiel Werkzeugen, vereinfacht das sogenannte Carnet A.T.A. (Tempo- rary Admission), ein internationales Zollpapier, die Zollformalitäten. Grundlage des Carnet A.T.A.-Ver- fahrens ist ein internationales Abkommen, dem derzeit neben den 27 EU-Mitgliedern 43 Staaten außerhalb der EU beigetreten sind, hierunter auch Norwegen.

Carnets A.T.A. werden in Deutschland ausschließlich von örtlichen Industrie- und Handelskammern ausgestellt.

Muss ein Auftrag der zentralen Steuerbehörde gemeldet werden?

Alle Aufträge und Subunternehmeraufträge, die ein ausländisches Unternehmen in Norwegen ausführt, sind der zentralen Steuerbehörde für ausländische Angelegenheiten zu melden. Dabei müssen Hauptauftraggeber, der eigene Auftraggeber, sowie Sub, und Sub-Subunternehmer angegeben werden.

Die Meldepflicht gilt sowohl für Unternehmen als auch für öffentliche Organe.

Handelt es sich dagegen beim Auftraggeber um eine Privatperson oder beläuft sich der Auftragswert auf weniger als NOK 20.000, besteht keine Pflicht, diese Angaben zu machen.

Muss der Arbeitnehmer der zentralen Steuerbehörde gemeldet werden?

 

Besteht die Pflicht den Auftrag zu melden, müssen auch Angaben zu den für den Auftrag eingesetzten Arbeitnehmern gemacht werden. Dies gilt nur für eigene Arbeitnehmer.

Diese Meldepflichten sind unabhängig vom Bestehen einer Steuerpflicht des Auftragnehmers oder der Arbeitnehmer in Norwegen.

 

Hinweis: Sanktionen
Die Angaben sind schnellstmöglich und spätestens 14 Tage nach Aufnahme der Arbeiten einzureichen. Mangelhafte Angaben können zu Gebühren oder Geldstrafen führen. Auch kann dies zur Konsequenz haben, dass der Auftraggeber für nicht gezahlte Steuern und Abgaben des Auftragsnehmers haftet.

Welche Bedingungen bezüglich des Aufenthaltsrechts müssen erfüllt werden?

ID-Kontrolle
Seit 1. April 2014 muss jeder Mitarbeiter im Rahmen einer sogenannten „ID-Kontrolle“ unmittelbar und persönlich vor Ort in Norwegen eine Personen- nummer (D-Nummer) beantragen.

Polizeiliche Aufenthaltsmeldung
Bürger aus EU- und EWR-Staaten dürfen grundsätzlich in Norwegen studieren und arbeiten. Dauert der Aufenthalt länger als 3 Monate, muss man sich zusätzlich zu oben genanntem Schritt auch bei der örtlichen Polzeidienststelle melden.

HMS-Karte
Erst wer die oben genannten Pflichten erfüllt hat, kann eine sogenannte „HMS-kort“ (ID-Karte auf der Baustelle) beantragen. Diese ist bei Arbeiten auf Baustellen und Anlagen obligatorisch.

Bleibt man im Heimatland sozialversichert?

Arbeitnehmer, die von ihrem ausländischen Arbeitgeber nur vorübergehend nach Norwegen entsandt werden, können unter Umständen im Heimatland sozialversichert bleiben. Hierfür muss eine so genannte A1-Bescheinigung bei der Krankenkasse des betroffenen Mitarbeiters beantragt werden. Diese Bescheinigung dient gegenüber den norwegischen und den zuständigen Stellen am Heimatort als Nachweis darüber, dass für die betroffene Person ausschließlich Rechtsvorschriften des Entsendelandes gelten.

Ist eine Lohnsteuerkarte notwendig?

Jeder Arbeitnehmer, der in Norwegen oder auf dem norwegischen Kontinentalsockel arbeitet, benötigt eine von der zentralen Steuerbehörde für ausländische Angelegenheiten ausgestellte Lohnsteuerkarte. Hierfür ist die Personennummer (D-Nummer) unerlässlich, deren Voraussetzung wiederum die behördliche Meldung, sowie die absolvierte ID-Kontrolle ist.

Ist für entsendete Arbeitnehmer ein Lohnsteuereinbehalt vorzunehmen?

Für alle Arbeitnehmer, die nach Norwegen entsendet werden, ist monatlich ein Lohnsteuereinbehalt vorzunehmen. Das heißt, dass der Arbeitgeber einen Teil des Lohnes zur Deckung der entstehenden Steuerverpflichtungen seiner Mitarbeiter einbehalten und an das Finanzamt abführen muss.

Dies gilt unabhängig von der Steuerpflicht in Norwegen. Das bedeutet, dass bei einem Arbeitsaufenthalt in Norwegen der Lohnsteuereinbehalt auch dann vorzunehmen ist, wenn die Steuerpflicht des Arbeitnehmers über ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung begrenzt wird.

Es ist jedoch möglich, bei der zentralen Steuerbehörde für ausländische Angelegenheiten eine Befreiung von der Pflicht zum Lohnsteuereinbehalt zu beantragen.

Was muss der Arbeitgeber den norwegischen Steuerbehörden melden?

Der Arbeitgeber muss den Steuerbehörden monatlich Löhne, Vergütungen, Erstattungen, Arbeitgeberabgaben und Lohnsteuereinbehalt für alle Arbeitnehmer, die in Norwegen oder auf dem norwegischen Kontinentalsockel gearbeitet haben, anhand der sogenannten „A-Meldung“ melden. Diese Meldepflicht gilt unabhängig von der Steuerpflicht in Norwegen.

Müssen Steuervorauszahlungen erbracht werden?

Kapitalgesellschaften müssen zweimal jährlich in dem auf das Einkommensjahr folgenden Jahr Steuervorauszahlungen leisten.

Selbständige Gewerbetreibende müssen diese Steuervorauszahlungen grundsätzlich viermal im jeweiligen Einkommensjahr erbringen.

Was ist bei der Steuererklärung / beim Steuerbescheid zu beachten?

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, die sich zeitlich begrenzt in Norwegen aufhalten oder bei einem ausländischen Arbeitgeber angestellt sind, müssen im Folgejahr unabhängig von dem Bestehen einer Steuerpflicht eine Einkommenssteuererklärung in Norwegen einreichen.

Die vorausgefüllte Einkommenssteuererklärung wird dem Arbeitnehmer im April des Folgejahres zugesandt. Der Arbeitnehmer muss die Angaben auf Fehler oder Unvollständigkeit vor Einreichung überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.

 

Unternehmer
Seit dem Einkommensjahr 2016 gilt hier eine neue Verwaltungspraxis: hat ein Unternehmen nach nationalem norwegischen Recht in Norwegen steuerpflichtige Einnahmen erzielt, muss eine Körperschaftssteuererklärung abgegeben werden, Dies gilt auch dann, wenn im Ergebnis eine Beschränkung der Steuerpflicht über ein Doppelbesteuerungsabkommen vorgenommen wird. Die Abgabe der Erklärung ist ausschließlich elektronisch möglich und hat bis 31.05. des Folgejahres zu erfolgen.

Steuerbescheid
Der vorläufige Steuerbescheid5 ist eine Übersicht über die Beträge, die der Steuerfestsetzung in Norwegen zu Grunde gelegt werden. Dieser wird im Zeitraum Juli bis Oktober des Folgejahres jeweils an die registrierte Adresse des Unternehmens und der betroffenen Arbeitnehmer versandt. Es ist daher äußerst wichtig, den Steuerbehörden Adressänderungen mitzuteilen.

Gilt eine grundsätzliche Steuerplicht?

Grundsätzlich wird eine Steuerpflicht in Norwegen für alle in Norwegen oder auf dem norwegischen Sockel ausgeführten Arbeiten begründet. Norwegen hat mit einer Reihe von Staaten Steuerabkommen abgeschlossen, die die Steuerpflicht in Norwegen begrenzen und somit eine Doppelbesteuerung vermeiden können (sog. Doppelbesteuerungsabkommen). Unternehmen und Lohnempfänger, die eine Steuerbefreiung nach Steuerabkommen beantragen, müssen dieses gegenüber der zentralen Steuerbehörde für aus- ländische Angelegenheiten dokumentieren.

Gibt es rechtliche Besonderheiten?

In Norwegen gelten vor allem in bau- und arbeitsrechtlicher Hinsicht einige Besonderheiten. Insbesondere über die Themen Mindestlohn, Arbeitszeit, sowie Sondergenehmigungen, zum Beispiel bei gefahrgeneigten Arbeiten, beraten wir Sie gerne individuell.

Wichtige Behörden und Organisationen

Arbeidstilsynet
Arbeidsaufsichtsbehörde
www.arbeidstilsynet.no

Brønnøysundregistrene
Norwegisches Handelsregister 
www.brreg.no

DSB
Behörde für Sicherheit und Bereitschaft
www.dsb.no

HMS-kort
www.byggekort.no

NAV international
Sozialversicherungsbehörde
www.nav.no

Skatteetaten
Steuerbehörde
www.skatteetaten.no

Skatteoppkrever utland
Vollstreckungsbehörde Ausland
www.skatteetaten.no

Skatt øst
Lokales Finanzamt
www.skatteetaten.no

SFU – Sentralskattekontoret for utenlandssaker
COFTA – Central Office Foreign Tax Affairs

Zentrale Steuerbehörde für ausländische Steuerangelegenheiten
www.skatteetaten.no
www.taxnorway.no

SUA
Servicecenter für ausländische Arbeitnehmer
www.sua.no

UDI
Ausländerbehörde
www.udi.no

Tollvesnet
Zoll
www.toll.no